Der IAA kann Nachfrage schaffen und einzelne Verfahren beschleunigen. Die eigentlichen Standortprobleme der europäischen Industrie löst er nicht. Ob ein Unternehmen in Europa investiert, entscheidet sich an anderen Fragen: an den Energiepreisen, am Zugang zu Kapital und an schlanken Verwaltungs- und Genehmigungsstrukturen. Diese Faktoren liegen außerhalb dessen, was Industriepolitik wie der IAA regelt.

Deshalb nimmt der IAA der EU und den Mitgliedstaaten nicht die eigentliche zentrale Aufgabe ab, die Wettbewerbsbedingungen für die gesamte Industrie zu verbessern und die Resilienz der europäischen Wirtschaft zu stärken. Er muss zugleich genügend unternehmerischen Anreiz lassen, damit sich Unternehmen im europäischen und globalen Wettbewerb behaupten und weiterentwickeln.

Als Teil einer umfassenderen Industrie- und Handelspolitik kann der IAA einen Beitrag leisten. Er wirkt aber nur, wenn ihn Reformen begleiten, die die Rahmenbedingungen verbessern: wettbewerbsfähige Energiekosten, ein vertiefter Binnenmarkt und verlässliche Investitionsbedingungen. Für viele Ziele können zudem andere Instrumente im Einzelfall besser geeignet sein, etwa eine gute Produktmarktregulierung, wirksame Förderinstrumente oder passgenaue Handelsschutzinstrumente. Der IAA sollte diese ergänzen, nicht ersetzen. In diesem Zusammenspiel ist er ein Baustein, nicht die Lösung. Aus Sicht der Industrie droht er in seiner jetzigen Form allerdings, mehr Bürokratie zu schaffen als abzubauen. Ein Beschleuniger, der Unternehmen ausbremst, verfehlt seinen Zweck.