72 identifizierte Wasserstoffprojekte mit mehr als 9 Gigawatt angekündigter Leistung, aber nur sieben Vorhaben für kohlenstoffhaltige Produkte wie Methanol oder synthetische Kraftstoffe: Eine neue Studie von Fraunhofer ISE im Rahmen des CatalHyst-Projekts von BDI und ANDI Naturgas zeigt, wie Kolumbien diese Lücke schließen und sich als wichtiger Anbieter nachhaltiger Kraftstoffe für internationale Märkte positionieren kann.

Lateinamerika
Lateinamerika gilt als Wachstumsregion mit großem Potenzial – auch aktuell mit wenig Wachstum und in schwierigen Zeiten. Die Region hat da großen Bedarf, wo die deutschen Unternehmen viel zu bieten haben. Trotzdem bleibt das wirtschaftliche Engagement Deutschlands in der Region weit unter seinen Möglichkeiten. Verbesserte Rahmenbedingungen und neue Handelsabkommen könnten wichtige Impulse für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen geben.
Vom 4. bis 8. Mai 2026 besuchte eine Delegation führender kolumbianischer Unternehmen aus dem Wasserstoffsektor Berlin und Hamburg. Die Reise fand im Rahmen des deutsch-kolumbianischen Projekts CatalHyst statt, das der BDI gemeinsam mit dem kolumbianischen Unternehmerverband ANDI umsetzt. Der intensive Austausch mit deutschen Stakeholdern machte deutlich: Eine vertiefte Zusammenarbeit im Wasserstoffbereich bietet großes Potenzial für beide Länder.
Die geografische Lage Mexikos und der Zugang zum US-Markt durch das Freihandelsabkommen USMCA macht Mexiko für viele internationale Unternehmen zu einem attraktiven Standort. Weiterhin bietet das Land politische Stabilität, freien Handel durch zahlreichen Abkommen, einen großen Binnenmarkt und ein gutes Ausbildungsniveau in technischen Berufen.
Gemeinsam für mehr Resilienz - unter diesem Motto trafen sich am 19. und 20. April 2026 in Hannover zentrale Akteure der deutschen und brasilianischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu den 42. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen.
Kolumbien ist der größte Steinkohleexporteur Lateinamerikas. Angesichts knapper werdender Reserven hat sich das Land im Jahr 2015 zu dem ambitionierten Ziel verpflichtet, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen und bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 51 Prozent zu verringern. Die Nutzung von grünem Wasserstoff und Derivaten könnte einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen dieser Ziele leisten. Hier knüpft ein gemeinsames Projekt des BDI und des kolumbianischen Unternehmerverbands ANDI an.
Unter dem Motto „Neue Kooperationen für eine nachhaltige Wirtschaft“ trafen sich am 16. und 17. Juni 2025 in Salvador da Bahia zentrale Akteure der deutschen und brasilianischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu den 41. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Region bietet großes Potenzial. Vor dem Hintergrund hat der BDI im Jahr 2015 den Lateinamerika-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (LADW) ins Leben gerufen.
Brasilien bringt gute Voraussetzungen mit, ein starker Wirtschaftspartner zu sein: Eine breite Industriestruktur, riesige landwirtschaftliche Flächen, Bodenschätze sowie eine junge und konsumfreudige Bevölkerung. Das Land muss jedoch seine Industrie modernisieren und ausbauen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und das fünftgrößte Land der Welt mit über 215 Millionen Einwohnern.
Mit der Einreichung der Beschlussvorlage für das EU-Mercosur-Abkommen durch die EU-Kommission an den Rat im September 2025 ist ein entscheidender Schritt getan. Nun müssen die Mitgliedsstaaten alles daransetzen, dass die Ratifizierung zügig gelingt. Das Abkommen würde einen Markt von mehr als 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern schaffen, eine der größten Handelszonen weltweit. Es eröffnet neue Chancen für Unternehmen, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und erleichtert den Zugang zu wichtigen Märkten und Rohstoffen. Zugleich setzt es ein klares Signal für Offenheit und fairen, regelbasierten Handel in Zeiten zunehmenden Protektionismus.
In geopolitisch schwierigen Zeiten müssen Deutschland und Europa Ausschau halten nach neuen Partnern in der Welt. Lateinamerika spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Ausbau der bereits engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit – insbesondere mit Brasilien – bietet auch der deutschen Industrie neue Impulse. Bei den Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstagen im Juni werden wir untersuchen, wie Kooperationen in den Bereichen Dekarbonisierung, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Innovationen und der Ausbau nachhaltiger Infrastrukturen konkret aussehen könnten. Wolfgang Niedermark erklärt im Video, warum Lateinamerika als Verbündeter und wichtiger Zukunftsmarkt mehr Aufmerksamkeit verdient.









