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#WirMachen Rohstoffe

Die Industrie macht Rohstoffe für die Produkte der Zukunft

Empfehlungen zur Bundestagswahl 2021

Deutschlands Stärke beruht darauf, dass deutsche Unternehmen die industrielle Wertschöpfungskette in der gesamten Breite – von der Grundstoff- bis zur High-Tech-Industrie – abdecken. Wenn das Industrieland Deutschland auch weiterhin eine führende Rolle auf den Märkten für Zukunftstechnologien einnehmen und High-Tech-Produkte „Made in Germany“ produzieren möchte, muss die nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen unbedingt gewährleistet sein. Denn: Ohne Rohstoffe keine Energiewende, kein Bauwesen, keine Elektromobilität, keine Digitalisierung, kein Infrastrukturausbau und keine Industrie 4.0. Diese Projekte dürfen nicht abgekoppelt von der Rohstoffversorgung betrachtet und diskutiert werden. Rohstoffe sind die Grundlage für die Produkte der Zukunft. Zudem werden aus ihnen die Maschinen gefertigt, mit denen Zukunftstechnologien im Industrieland Deutschland hergestellt werden. Der Wettbewerb mit anderen Industrienationen, die Digitalisierung und die Technologisierung des Alltags werden die Anforderungen im Rohstoffbereich weiter verändern. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen sowie die Akzeptanz ihrer Gewinnung wird damit zu einer zentralen Herausforderung für Deutschland. Die deutsche Industrie will die wichtigen Zukunftsprojekte und den Wandel dorthin aktiv mitgestalten. Innovationen und technologische Lösungskompetenz sind Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung. 

Für die Zukunft der Rohstoffversorgung braucht Deutschland…

...einen nachhaltigen und innovativen 3-Säulen-Ansatz

Importrohstoffe, heimische Rohstoffe und Recyclingrohstoffe gleichrangig beachten

Industrie 4.0, die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, die Schaffung von benötigtem Wohnraum oder die Energiewende können ohne Rohstoffe nicht gelingen. Basis für die Umsetzung ist dabei eine sichere und nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen. Dafür bedarf es einer ganzheitlichen Rohstoffpolitik, die auf drei Säulen basiert: Dem diskriminierungsfreien Zugang zu Rohstoffen aus dem Ausland (Säule 1), der Stärkung der heimischen Rohstoffsicherung sowie -gewinnung (Säule 2) und dem Recycling von Rohstoffen (Säule 3).

Innovative Rohstoffprojekte und Produktionsverfahren fördern

Technologische Innovationen eröffnen neue Möglichkeiten der Rohstoffversorgung. Die Politik muss innovative Rohstoffprojekte und Produktionsverfahren deshalb stärker fördern. Tiefseerohstoffe und Rohstoffe aus dem Weltall könnten perspektivisch einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Verringerung der Importabhängigkeit leis­ten. Durch additive Fertigung (3D-Druck) könnten Unternehmen die Wertschöpfungskette verkürzen und den Ressourceneinsatz verringern.

Maßnahmen der Rohstoffstrategie der Bundesregierung zügig umsetzen

Mit der bestehenden Rohstoffstra­tegie der Bundesregierung aus dem Jahr 2020 hat die Politik die richtigen Akzente gesetzt. Jetzt gilt es die verankerten Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Industrie rasch umzusetzen. Darüber hinaus muss die Politik privatwirtschaftliche Ansätze wie die unternehmenseigene Lagerhaltung stärker mit steuerlichen Anreizen unterstützen. Eine sichere Rohstoffver­sorgung muss weiterhin im Mittelpunkt stehen.

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Roh­stoffe und Deutsche Rohstoffagen­tur stärken

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) und die Deutsche Rohstoffagen­tur (DERA) leisten mit richtungsweisenden Stu­dien und Kooperationen einen wichtigen Beitrag zur Rohstoffsicherung. Ihre Informationen und Expertise sind für die deutsche Wirtschaft und die Politik von hoher Bedeutung. Die BGR und die DERA sollten daher durch eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung gestärkt werden, um das Beratungsangebot noch engmaschiger gestalten zu können.

...ein globales Level Playing Field

Fairen und diskriminierungsfreien Zugang zu Rohstoffmärkten ermöglichen

Deutschland ist bei vielen Rohstoffen auf den Import angewiesen. Der wachsende Protektionismus durch politische Ein­griffe schränkt den fairen Wettbewerb auf den globalen Rohstoff­märkten ein. Ohne freien und fairen Handel kann die deutsche Industrie nicht wettbewerbs­fähig im internationalen Markt agieren. Die Politik muss sich daher weiterhin für einen fairen und diskriminierungsfreien Zugang zu Rohstoffen einsetzen. Dazu braucht es verläss­liche Handelsregeln und die Einhaltung des Regelwerks der Welthandelsorganisation (WTO).

Politische Verantwortung nicht delegieren

Die Abhängigkeit von rohstoffreichen Ländern nimmt zu. Die deutsche Industrie unternimmt freiwillig große Anstrengungen für einen verantwor­tungsvollen Rohstoffbezug. Sie beteiligt sich u. a. an der Extractive Industries Trans­parency Initiative (EITI) für mehr Transparenz im Rohstoffsektor. Die politischen Herausforderungen vor Ort kann die Industrie jedoch nicht allein lösen. Hierfür bedarf es der Politik: Es kann und darf nicht Aufgabe von privaten Unternehmen sein, die politischen Verhältnisse in anderen Ländern zu verändern.

Entwicklungszusammenarbeit mit Rohstoffprojekten verzahnen

Durch eine stärkere Verzah­nung der Entwicklungszusammenarbeit mit konkreten Projekten der Rohstoffförderung sollte die Politik Einfluss auf die Rahmenbedingungen vor Ort nehmen und die Einhaltung von Menschenrechten einfordern. So kann der Aufbau einer nachhaltigen Weiterverarbeitungs- und Zulieferindustrie befördert und hohe Standards in der Explo­ration implementiert werden. Garantien für Ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantien) sollten praxisnah ausgestaltet werden, um deutsche Rohstoffprojekte im Ausland zu fördern.

Gemeinsame Anstrengungen auf europäischer Ebene verstärken

Die Politik muss verlässliche Rah­menbedingungen für eine sichere Rohstoffversorgung schaffen. Deutschland und die EU müssen sich stär­ker für internationale Handelsabkommen, die Einhaltung internationaler Vereinbarungen und den freien Zugang zu Rohstoffen einsetzen. Die hohen Standards der heimischen Rohstoffindustrie dürfen nicht zu höheren Kosten gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern mit niedrigeren Standards führen. Es braucht faire Wettbewerbsbedingungen, auch in der Energie- und Klimapolitik.

...eine Stärkung der heimischen Rohstoffförderung

Rohstoffbewusstsein schaffen und Akzeptanz für Rohstoffgewinnung stärken

Deutschland ist globales Vorbild für eine Rohstoffgewinnung unter höchsten Umwelt-, Sicherheits- und Arbeitsschutzstandards. Durch die heimische Rohstoffgewin­nung wird der Bedarf an Importrohstoffen verringert; kurze Lieferwege können bedeutende Mengen an Energie und Emissionen vermeiden. In der Gesellschaft wird die Bedeutung der hei­mischen Rohstoffförderung jedoch unterschätzt. Es fehlt ein faktenbasiertes Rohstoffbewusstsein. Die Steigerung der Akzeptanz von Rohstoffgewinnung muss politisch unterstützt werden.

Langfristige Planungs- und Investitionssicherheit schaffen

Die deutsche Rohstoffwirtschaft braucht Planungs- und Investitionssicherheit. Ein Rohstoff lässt sich nur dort gewinnen, wo er lagert. Aufgrund dieser Standortgebundenheit müs­sen die dafür notwendigen Flächen systematisch und langfristig gesichert werden. Entscheidungen zur Rohstoffsicherung dürfen sich dabei nicht nur an kurzfristigen Bedarfsabschätzungen ausrichten, sondern müssen strategischer Natur sein. Nur dann ist eine effiziente, ressourcenschonende und nachhaltige Rohstoffgewinnung durchführbar.

Verfahren effizienter gestalten

Effiziente und transparente Genehmigungsverfahren sind ein wesentlicher Baustein für die rechtssichere Zulassung von neuen Vor­haben bzw. die Erweiterung bestehender Betriebe. Die Bundesregierung sollte sich daher stärker für effiziente Raumplanungs-, Genehmigungs- und Zulassungsverfahren einsetzen und bürokratische Hürden abbauen.

Pilotprojekte für heimische Rohstoffgewinnung fördern

Auch Deutschland und Europa verfügen über Rohstoffe, bei denen derzeit eine hohe Importabhängigkeit besteht. Eine heimische Förderung könnte diese Abhängigkeit reduzieren und zur Diversifizierung von Bezugsquellen sowie mehr Nachhaltigkeit aufgrund höchster Standards beitragen. Die Politik sollte Pilotprojekte für die heimische Förderung von High-Tech-Rohstoffen auf nationaler und europäischer Ebene realisieren, vor allem mit Blick auf Projekte wie z. B. die Batteriezellfertigung in Deutschland.

...einen Ausbau der Kreislaufwirtschaft

Leistungsfähige Recyclingkreisläufe aufbauen

In Produkten verbaute Materialien können mit einer geeigneten Recyclinginfrastruktur wiederverwendet werden. Der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette muss umgehend realisiert werden. Besonders bei Rohstoffen für Zukunftstechnologien können so Abhängigkeiten verringert werden. Notwendig sind geeignete politische Rahmenbedingungen, die eine Verwendung von Recyclingmaterialien und private Investitionen fördern und hierfür Rechtssicherheit schaffen.

Optimierung und Erforschung von Recyclingprozessen unterstützen

Bei vielen High-Tech-Rohstoffen gestaltet sich die Rückgewinnung noch als schwierig.In vielen Bereichen ist Forschungsbedarf vor­handen. Dabei sind Ansätze zur bes­seren Erfassung, Stoffverfolgung und der Sicherstellung der Zuführung zu hochwertigen Recyclingprozessen zu erarbeiten. Zur Optimierung und Erforschung von Recyclingprozessen sollten Pilotprojekte in geeigneten Wirtschaftszweigen in enger Abstimmung mit den Unternehmen stärker gefördert werden.

Potenzial der Kreislaufwirtschaft besser nutzen

  Recyclingrohstoffe schonen Primärressourcen, stärken die Versorgungssicherheit, verlagern Wertschöpfung in die eigene Volkswirtschaft und verringern die Importabhän­gigkeit der deutschen Industrie bei Rohstoffen. Die Erfassung und Einsteuerung in die Recyclingprozesse müssen weiterentwi­ckelt werden. Geschäftsmodelle und gesetzliche Rahmenbedingungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Gegenwärtig wird dabei noch viel Poten­zial verschenkt.

Mit der Circular Economy zur wirtschaftlichen Resilienz

In den vergangenen Jahren hat das Konzept einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft international an Bedeutung gewonnen. Um erfolgreich zu sein, braucht eine wettbewerbsfähige „Circular Economy“ aber mehr als nur technologische Innovationen. Sie benötigt eine ganz andere Art des Wirtschaftens.

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