EU Inc: Wichtiger Impuls gegen fragmentierten Binnenmarkt
Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer:
„Mit der EU Inc setzt die EU-Kommission einen wichtigen Impuls gegen die Fragmentierung des Binnenmarkts durch 27 unterschiedliche nationale Unternehmensrechtsformen. In Europa gibt es rund 35.000 Startups, doch das erfolgreiche Scale-up gelingt häufig nicht. Gleichzeitig ist die Gründung von Tochtergesellschaften im EU-Ausland für etablierte Unternehmen mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden – nicht zuletzt wegen unterschiedlicher nationaler Rechtsformen.
Der Kommissionsentwurf geht das Kernproblem grundsätzlich richtig an. Eine einheitliche, einfache und digital zu gründende europäische Gesellschaftsform kann Unternehmen den Markteintritt und die Expansion im Binnenmarkt deutlich erleichtern. Positiv ist insbesondere, dass die EU Inc allen Unternehmen offensteht, das Once-Only-Prinzip vorsieht und auf bestehende Instrumente wie die Verknüpfung nationaler Unternehmensregister setzt, statt neue komplexe Strukturen zu schaffen.
Damit die EU Inc ihr Potenzial entfalten kann, kommt es jetzt auf Tempo und Pragmatismus an. Rat und Europäisches Parlament sollten das Gesetzgebungsverfahren zügig vorantreiben und für noch offene Fragen praktikable Lösungen finden – ohne das Instrument durch zusätzliche Bürokratie oder Detailregulierungen zu überfrachten.
Die EU Inc kann ein wichtiger Baustein für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in Europa sein. Entscheidend ist, dass sie Unternehmen echte Erleichterungen bringt und konsequent auf Investitionen und grenzüberschreitende Aktivitäten ausgerichtet wird.“
