
Raffineriestrategie: Jetzt Transformationspfad für den Raffineriestandort Deutschland entwickeln
Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer:
„Der Raffineriedialog ist ein strategisches Transformationsprojekt für den Industriestandort Deutschland. Deutsche Raffinerien sichern die heimische Produktion von Kraft- und Brennstoffen, sind ein zentraler Bestandteil industrieller Wertschöpfungsketten und versorgen Bevölkerung, Wirtschaft und Streitkräfte. Wer diese Kapazitäten im Land erhält, stärkt deshalb nicht nur die Industrie, sondern auch Deutschlands Sicherheit.
Deutschland wird nur klimaneutral, wenn neben dem Stromsektor auch flüssige und gasförmige Energieträger erneuerbar werden. Schließlich decken Öl und Gas heute mehr als 60 Prozent unseres Energieverbrauchs. Damit erneuerbare Kraft- und Brennstoffe schnell auf den Markt kommen, brauchen Unternehmen faire Wettbewerbsbedingungen in Europa und weltweit. Sie investieren in deutsche Raffineriestandorte, wenn leistungsfähige Wasserstoff- und CO₂-Netze zügig entstehen und erneuerbare Energieträger zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sind.
Die Bundesregierung muss jetzt gemeinsam mit der Branche einen verlässlichen und wirtschaftlich tragfähigen Transformationspfad für den Raffineriestandort Deutschland entwickeln. Sie muss dafür sorgen, dass leistungsfähige Import- und Versorgungsinfrastrukturen entstehen, Wasserstoff- und CO₂-Netze zügig ausgebaut werden und erneuerbare Energieträger zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sind. Dafür müssen alle beteiligten Ressorts an einem Strang ziehen und auf nationaler wie europäischer Ebene Regeln schaffen, die Innovationen ermöglichen und Investitionen auslösen.“
