Das Verhältnis der deutschen Industrie zu China ist schon lange ambivalent. Gleichzeitig ist es seit Jahrzehnten in ständigem Wandel. Das betrifft auch die emotionale Beurteilung des Landes. China wird gleichzeitig von manchen als existenzielle Bedrohung und von anderen als fantastischer Innovationspartner gesehen. Deshalb lässt sich die Situation nur mit einem Schritt Abstand nüchtern und gelassen beurteilen.

China
China ist für viele deutsche Unternehmen einer der wichtigsten Märkte weltweit. Umgekehrt ist Deutschland für die aufstrebende asiatische Macht der größte Handelspartner in Europa und wichtiger Technologielieferant. Gleichzeitig stehen beide Länder mit ihren unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen in einem Spannungsfeld zwischen Partnerschaft und systemischen Wettbewerb.
China bleibt für viele deutsche Industrieunternehmen ein wichtiger Markt, Produktionsstandort und Innovationspartner. Zugleich hat sich der Wettbewerb grundlegend verändert. Staatlich geförderte Überkapazitäten, verzerrte Marktbedingungen und strategisch eingesetzte Exportkontrollen setzen Europas Industrie unter wachsenden Druck. Die richtige Antwort darauf ist weder wirtschaftliche Entkopplung noch ein Weiter-so, sondern ein konsequentes europäisches De-Risking aus einer Position der Stärke.
Anlässlich der China-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz sagt Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung: „Deutschland und Europa müssen Interessen geschlossen vertreten.“
Das Repräsentanzbüro des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in China und CP Global Insight haben heute im Rahmen einer Veranstaltung in Peking ihr neues Policy Brief mit dem Titel „How is PRC Industry Decarbonising?“ vorgestellt. Die Veranstaltung beleuchtete, wie Chinas Bestrebungen zur Reduzierung industrieller Emissionen die globalen Klimaziele beeinflussen und die Wettbewerbsdynamik mit der europäischen Industrie verändern werden, während sich die EU auf die nächste Phase des CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) im Jahr 2026 vorbereitet.
Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich zu. Auf die hohen US-Zölle reagiert China mit einem Exportstopp auf schwere seltene Erden und Permanentmagneten. Das trifft auch die deutsche Industrie. Für die grüne und digitale Transformation sind seltene Erden unerlässlich. Wir haben bei unserem Rohstoffexperten Stefan Steinicke nachgefragt, welche Folgen zu erwarten sind für die deutsche und europäische Industrie und wie die Bundesregierung jetzt noch wichtige Rohstoffe sichern kann.
Von Indien über China bis Indonesien – der Welthandel verschiebt sich immer mehr hin zu den asiatischen Volkswirtschaften. Mit ihrer Marktgröße und Kaufkraft bietet die Asien-Pazifik-Region deutschen und europäischen Unternehmen Raum zum Wachsen und Diversifizieren. BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner war vor Ort. In China und Indien traf sie Wirtschafts- und Regierungsvertreter, lotete Möglichkeiten für Kooperation aus, sprach Herausforderungen in der Zusammenarbeit und Lösungen für ein Level-Playing-Field an. Wir waren mit Kamera dabei.
Zur Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten für Ausgleichszölle auf chinesische E-Autos äußert sich BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner: „Der Beschluss zu den Ausgleichszöllen im Markt für Elektroautos darf auf keinen Fall das Ende der Gespräche bedeuten.“
Seit dem 1. August 2024 leitet Elisa Hörhager als Chief Representative die BDI-Vertretung in Peking. Im Video stellt sie sich vor und erklärt, wie sie die Interessen der deutschen Industrie in Peking vertreten will.





