Obwohl die Steuereinnahmen kontinuierlich wachsen und Rekordschulden aufgenommen werden, bestehen hohe Finanzierungslücken in fast allen Bereichen. Deutschland fällt bei Investitions- und Standortentscheidungen der Unternehmen immer weiter zurück. Der BDI fordert die Politik auf, gegenzusteuern – mit einer ambitionierten Konsolidierung, einer konsequenten Priorisierung von investiven Ausgaben und geeigneten Strukturreformen.

Aktuelles zum Thema
Bun­des­haus­halt 2027 – Ho­he Aus­ga­ben, Re­kord­schul­den und stei­gen­de Zins­aus­ga­ben

Die deutsche Bundesregierung hat am 6. Juli den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 und Finanzplan bis 2030 verabschiedet. Trotz Rekordausgaben und -schulden im Rahmen des neuen Sondervermögens (SVIK) und der Bereichsausnahme für die Bundeswehr bleiben die Herausforderungen hoch. Der Spielraum im Haushalt sinkt, Haushaltslücken in Milliardenhöhe bleiben bestehen und der Druck für spürbare Strukturreformen steigt.

Zwei Bun­des­haus­hal­te par­al­lel in der Um­set­zung – Neue Re­kord­schul­den und trotz­dem vie­le Her­aus­for­de­run­gen

Die deutsche Bundesregierung muss in diesem Jahr gleich zwei Bundeshaushalte auf den Weg bringen. Dabei ergeben sich trotz der höheren Verschuldungsmöglichkeiten durch das neue Sondervermögen und die Bereichsausnahme für die Bundeswehr verschiedene Herausforderungen – von immer noch bestehenden Haushaltslücken in Milliardenhöhe, über steigende Zinsen und Kritik an der Verschiebung von Investitionen bis hin zu hohem Konsolidierungs- und Reformdruck.

Bun­des­haus­halt 2025 – Be­ginn des par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­rens

Mitte Juli 2024 hat das Bundeskabinett einen Entwurf des Bundeshaushalts 2025 beschlossen. Nachdem zunächst eine Finanzierungslücke von fünf Milliarden Euro geschlossen werden musste, hat die Bundesregierung dem Bundestag den finalen Entwurf Mitte August 2024 vorgelegt. Derzeit beraten das Parlament und der Haushaltsausschuss. Trotz der Anpassungen besteht weiterhin eine Finanzierungslücke von rund zwölf Milliarden Euro.

Haus­halts­kri­se: Aus­ga­ben prio­ri­sie­ren und Fi­nan­zie­rung von In­ves­ti­tio­nen si­cher­stel­len

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat Mitte November 2023 ein umstrittenes Haushaltsmanöver der Ampelkoalition gestoppt und die Verlagerung von 60 Milliarden Euro aus ungenutzten Corona-Krediten in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) für verfassungswidrig erklärt. Die Bundesregierung muss jetzt für eine tragfähige Finanzierung eines notwendigen Hochlaufs öffentlicher Investitionen und Transformationsinvestitionen sorgen.

Kon­se­quen­te Prio­ri­sie­rung der Aus­ga­ben und In­ves­ti­ti­ons­an­rei­ze set­zen

Deutschland fällt bei Investitions- und Standortentscheidungen der Unternehmen immer weiter zurück, obwohl die Steuereinnahmen wachsen und die Steuerquote auf dem höchsten Niveau seit der Wiedervereinigung ist. Der BDI fordert die Politik auf, gegenzusteuern – mit einer Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen, einer konsequenten Priorisierung der Ausgaben und geeigneten steuerlichen Investitionsanreizen.

Bund-Län­der-Fi­nan­zen neu ord­nen

Bund und Länder müssen für ihre jeweiligen grundgesetzlichen Aufgaben wieder die finanzielle Verantwortung übernehmen. Es müssen klare Prioritäten bei der Aufgabenerfüllung von Bund und Ländern gesetzt werden und die Bund-Länder-Finanzen neu geordnet werden. Auch braucht es eine stabile, krisenfeste und moderne Finanzierung der Kommunen.

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Ansprechpartner

Julian Winkler

Referent Recht und Steuern
BDI e.V.

Dr. Monika Wünnemann

Co-Bereichsleiterin Recht und Steuern
BDI e.V.