
Fundament – Keine Chance ohne industrielle Substanz
Ein glaubwürdiger Führungsanspruch basiert auf wirtschaftlicher Stärke. Sie ermöglicht es, in einer veränderten Welt handlungsfähig zu bleiben und Souveränität und Resilienz zu sichern.
Wirtschaftliche Stärke ist die Voraussetzung politischer Gestaltungsfähigkeit. Sie schafft Investitionsspielräume, ermöglicht technologische Entwicklung und erhöht die Fähigkeit, auf Krisen zu reagieren. Ohne industrielle Substanz bleibt strategische Autonomie eine Illusion.
Resilienz bedeutet dabei nicht Abschottung, sondern bewusste Gestaltung von Abhängigkeiten. Sichere Lieferketten, verlässliche Partnerschaften und Rohstoffsicherheit sind zentrale Elemente wirtschaftlicher Souveränität.
Dazu gehört auch, kritische Technologien und industrielle Kernkompetenzen in Europa zu halten oder gezielt aufzubauen. Nicht zuletzt umfasst wirtschaftliche Stärke auch die Verteidigungsfähigkeit. Industrie liefert die technologische und materielle Basis europäischer Sicherheit – von Werkstoffen über Elektronik bis zu Software. Die Verbindung ziviler und militärischer Innovation wird dabei zunehmend zum strategischen Faktor.
Wofür sich der BDI einsetzt und was wir gemeinsam umsetzen müssen:
- Wir als BDI machen mit den Transformationspfaden deutlich: Ohne wettbewerbsfähigen Standort sind Investitionen und industrielle Substanz gefährdet.
- Wir als BDI betonen: Verteidigungsfähigkeit stärken geht nur mit wettbewerbsfähiger Industrie.
- Wir als BDI übernehmen Verantwortung für die Gesamtverteidigung und wollen unseren Teil zu belastbaren Versorgungsstrukturen beitragen: 4 Fragen, 4 Antworten mit BDI-Präsident Peter Leibinger zum Thema Gesamtverteidigung
- Wir als BDI fordern strategische Rohstoffpolitik und gemeinsame Absicherung von Lieferketten – Rohstoffsicherheit ist Standort- und Sicherheitsfrage.
- Wir als BDI drängen darauf, Rohstoffsouveränität praktisch zu erhöhen – durch Förderung, Kooperationen und Kreislaufwirtschaft.
Gestaltungskraft
Deutschland steht inmitten tiefer technologischer, wirtschaftlicher und geopolitischer Veränderungen. Alte Ordnungen lösen sich auf – eine neue geoökonomische Ordnung entsteht.
Diese Neuordnung ist kein abstraktes Zukunftsszenario, sondern prägt bereits heute industrielle Entscheidungen. Globale Lieferketten werden neu bewertet, technologische Abhängigkeiten offen benannt, geopolitische Risiken in wirtschaftliche Kalkulationen integriert.
Verbinden
Nicht die Exzellenz einzelner Unternehmen macht die industrielle Stärke aus, sondern die Fähigkeit, technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Akteure intelligent zu verbinden. Studien zeigen: Industrielle Wertschöpfung entfaltet ihre größte Wirkung im Verbund.
Handlungsfähigkeit
Die Zukunft Europas hängt von unserer Fähigkeit ab, Innovation, Verteidigung und Demokratie gemeinsam und entschlossen voranzutreiben – durch enge industrielle Zusammenarbeit – durch mehr europäische Integration – durch die Stärkung des europäischen Binnenmarkts.
Dauerwandel
Transformation ist zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden, die unseren Wohlstand sichern und mehren kann. Die Industrie trägt Verantwortung, diese Aufgabe anzupacken und voranzutreiben. Veränderung ist kein kurzfristiges Projekt, sie ist ein Dauerzustand. Klimawandel, demografische Entwicklung, Digitalisierung und sicherheitspolitische Anforderungen verändern Märkte und Produktionsweisen grundlegend. Innovation wird damit zur zentralen Quelle zukünftigen Wohlstands.
Leadership
Die Frage ist nicht, ob die deutsche Industrie führt, sondern wie sie in dieser neuen Ordnung vorangeht – für Deutschland und Europa. Führungsverantwortung ergibt sich aus Fähigkeit und Wirkung. Die deutsche Industrie verfügt über beides: technologische Exzellenz, hohe industrielle Wertschöpfungstiefe und internationale Vernetzung.
Systemkompetenz
Wertschöpfung ist heute ein dynamisches, vernetztes Gewebe. Unternehmen, Technologien, Märkte und gesellschaftliche Erwartungen greifen eng ineinander. Die industrielle Realität hat sich grundlegend verändert. Produkte entstehen nicht mehr in isolierten Wertschöpfungsketten, sondern in komplexen Netzwerken aus Zulieferern, Plattformen, Dienstleistungen und digitalen Infrastrukturen.
Verbundkraft
Innovation und Transformation entstehen dort, wo sich Branchen-, Sektoren- und Technologien verbinden. Viele der entscheidenden Innovationen unserer Zeit entstehen an Schnittstellen: zwischen Energie und Industrie, zwischen Digitalisierung und Gesundheit, zwischen Mobilität und Infrastruktur.
Verlässlichkeit
Deutschland und Europa verfügen über ein stabiles, rechtssicheres Umfeld, das verlässliche Kooperation ermöglicht – ein entscheidender Standortvorteil in der globalen Konkurrenz. Rechtssicherheit, Verlässlichkeit und institutionelle Stabilität sind zentrale Voraussetzungen für langfristige industrielle Kooperation. Deutschland und Europa bieten hier ein Umfeld, das Vertrauen schafft – zwischen Unternehmen, Investoren und Staaten.
Zusammenhalt
Das internationale Umfeld ist volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig. Veränderte weltweite Machtverhältnisse, hybride Bedrohungen und bewusst eingesetzte wirtschaftliche Abhängigkeiten verändern die Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort grundlegend.








