
Digitaler Produktpass als Teil der Sustainable Product Strategy der Europäischen Kommission
Digitale Produktpässe (DPP) können bei entsprechender rechtlicher Ausgestaltung einen zentralen Beitrag zur Gestaltung der grünen und digitalen Transformation leisten. Ebenfalls eröffnen sie Unternehmen die Möglichkeit, innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle zu erschließen.
Ausgestaltung des digitalen Produktpasses
Die Industrie engagiert sich proaktiv für die Gestaltung des Digitalen Produktpasses (DPP) und hat bereits effektive Vorschläge in die politische Debatte eingebracht. Wesentlich sind dabei ein technologieneutraler Ansatz, internationale Anschlussfähigkeit, einfache und unbürokratische Vollziehbarkeit der DPP-Anforderungen sowie die Eignung des DPP für die Bedürfnisse der Industrie 4.0. Außerdem ist es notwendig, dass die Offenlegung und Weitergabe von Daten sowohl branchen- als auch produktspezifisch erfolgen und auf die Informationsbedürfnisse der Empfänger zugeschnitten sind. Die gesammelten Daten müssen nicht nur einen echten Mehrwert bieten, sondern auch auf harmonisierten Regelungen innerhalb der Europäischen Union beruhen und bereits bestehende Informationsanforderungen berücksichtigen.
Der Schutz sensibler und geschäftskritischer Informationen sowie die Gewährleistung der Datensicherheit sind essenziell für die Akzeptanz des DPP, besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen. Das ist ebenso entscheidend wie eine kostengünstige und bürokratisch schlanke Umsetzung. Die Daten sollten entlang der Wertschöpfungskette dezentral erfasst und nach dem „Need to know“-Prinzip nur berechtigten Empfängern zugänglich gemacht werden. Dies schließt auch autorisierte Stellen für die Marktüberwachung ein, die zur Einhaltung fairer Wettbewerbsbedingungen beitragen.
Nicht zuletzt bietet der Digitale Produktpass auch die Möglichkeit, digitale Geschäftsmodelle wie zum Beispiel „Product as a service“ weiterzuentwickeln.
Der BDI hat seine Vorschläge zum Digitalen Produktpass in zwei Positionspapieren zusammengefasst und plant, diese aktiv in den weiteren politischen Prozess, auch auf europäischer Ebene über seinen Dachverband BusinessEurope einzubringen.
Digitalen Produktpass flexibel, innovativ und zielgerecht gestalten
Digitale Produktpässe (DPP) sollen künftig den Weg in eine echte Circular Economy beschleunigen. Die neue EU-Ökodesign-Verordnung, über deren Entwurf zurzeit im EU-Parlament beraten wird, soll künftig nicht nur ökologische Mindeststandards für fast alle Produkte festlegen, sondern auch dafür sorgen, dass wichtige produktspezifische Informationen innerhalb der industriellen Wertschöpfungskette mittels DPP gespeichert und verfügbar gemacht werden.
Der Digitale Produktpass (DPP) in der Umsetzung
Digitale Produktpässe (DPP) können einen zentralen Beitrag zur Gestaltung der grünen und digitalen Transformation leisten. Ebenfalls bieten sie Unternehmen die Möglichkeit, neue und nachhaltige Geschäftsmodelle zu realisieren. Dazu müssen aber DPPs in der europäischen Gesetzgebung praxisnah und unternehmenskompatibel gestaltet werden – und das insbesondere mit Blick auf kleinere und Mittlere Unternehmen. Der BDI hat hat hierzu konkrete Vorschläge entwickelt.
The Digital Product Pass in Realization
Digital product passports (DPP) can make a key contribution to promoting the green and digital transformation. They also offer companies the opportunity to realise new and sustainable business models. However, DPPs must be designed in a practical and company-compatible manner in European legislation - particularly with regard to small and medium-sized enterprises. The BDI has developed specific proposals for this.
Franz-Josef von Kempis
