
Publikationen
Europäische Partnerschaften unter Horizon Europe (2028-2034)
Wie können Europäische Partnerschaften unter Horizon Europe 2028–2034 ihr Potenzial entfalten? Sie verbinden Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Akteure entlang gemeinsamer Forschungs- und Innovationsagenden. Der BDI legt Handlungsempfehlungen vor: Unternehmen stärker in die strategische Gestaltung einbinden, Rechtssicherheit schaffen und Berichtspflichten konsequent reduzieren. Sachleistungen der Industrie müssen als vollwertige Beiträge anerkannt werden; verpflichtende Geldbeiträge lehnt der BDI ab. Bei der Weiterentwicklung des Partnerschaftsportfolios zählen der technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Mehrwert, nicht eine bloße Reduzierung der Anzahl. Erfolgreiche Innovationsnetzwerke müssen erhalten und die Schwerpunkte mit der Hightech Agenda Deutschland sowie deutschen und europäischen Wirtschaftsstrategien abgestimmt werden.
Ein Verfahrensrecht für alle
Der BDI schlägt vor, die zahlreichen Sonderregelungen zur Beschleunigung von Planungs-, Genehmigungs- und Zulassungsverfahren in einem einheitlichen Verfahrensrecht im Verwaltungsverfahrensgesetz zu bündeln. Einheitliche Fristen, digitale Verfahren und harmonisierte Verfahrensschritte würden die Rechtsanwendung vereinfachen, die Planungssicherheit für Unternehmen erhöhen und Genehmigungsverfahren in den Bereichen Industrie, Energie und Infrastruktur beschleunigen.
Stellungnahme zur Evaluierung der EU Dual-Use Verordnung (EU) 2021/821
Die Evaluierung der EU-Dual-Use-Verordnung sollte sich auf eine erhöhte Rechtssicherheit, unbürokratischere Umsetzung und höhere regulatorische Effizienz konzentrieren, anstatt eine grundlegende Veränderung des bestehenden Systems anzustreben. Der BDI setzt sich für wirksame Exportkontrollen ein, die Sicherheits- und Nichtverbreitungsziele gewährleisten und gleichzeitig Rechtssicherheit, technologische Innovationskraft und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie stärken. Zentrale Handlungsfelder sind eine Modernisierung der Regeln für immaterielle Technologietransfers, eine stärkere Bevorzugung von Güterlisten anstelle von Catch-all-Kontrollen sowie der regelmäßige Abbau veralteter oder nicht mehr sicherheitsrelevanter Beschränkungen, um Bürokratie zu reduzieren und den Fokus auf wirklich sensible Technologien zu legen.
Stellungnahme zum Transformationsrahmen für Exportkredit- und Investitionsgarantien des Bundes
Mit der Überführung der klimapolitischen Sektorleitlinien in den Transformationsrahmen nimmt die Bundesregierung kleine Flexibilisierungen vor, verpasst aber die Chance, ein entschlossenes Signal zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu senden. Aus BDI-Sicht sollten die strategisch wichtigen Außenwirtschaftsförderinstrumente weiter entbürokratisiert werden, um Exporteuren, Investoren und Banken mehr Planungssicherheit hinsichtlich der Deckungskonditionen zu geben. Zudem sollte die Kundenperspektive gezielt gestärkt werden, um die Bedarfe in Entwicklungs- und Schwellenländern besser abzubilden. Gleichzeitig sind die Deckungserleichterungen deutlich auszuweiten.
Stellungnahme zur mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts in Sachen „Erbschaftsteuer – Verschonung von Betriebsvermögen“ (Az. 1 BvR 804/22)
Die erbschaftsteuerliche Verschonung von Betriebsvermögen steht erneut auf dem verfassungsrechtlichen Prüfstand. Sie ist jedoch durch gewichtige Gemeinwohlgründe gerechtfertigt, weil sie produktiv gebundene Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze beim Generationenwechsel schützt. Die geltenden Regelungen sind darüber hinaus an strenge Fortführungs-, Lohnsummen- und Nachversteuerungsvoraussetzungen geknüpft.
Erbschaftsteuer 2026 - Daten und Fakten
Die Verschonung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsteuer ist entscheidend für den Fortbestand familiengeführter und mittelständischer Unternehmen. Sie schützt Arbeitsplätze und verhindert, dass beim Generationenwechsel dringend benötigte Mittel für Investitionen aus den Unternehmen abfließen. Eine Verschärfung der geltenden Regelungen würde die Unternehmensnachfolge erschweren und den Wirtschaftsstandort Deutschland zusätzlich belasten.
BDI Position zur Konsultation der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie
Der BDI begrüßt den Stresstest der Europäischen Kommission zur Vogelschutzrichtlinie und zur FFH-Richtlinie als wichtige Gelegenheit, deren Umsetzung zu modernisieren und gleichzeitig hohe Naturschutzstandards beizubehalten. Aus Sicht der deutschen braucht es verhältnismäßigere Prüfungsanforderungen, größere Flexibilität bei Ausgleichs- und Kohärenzmaßnahmen, rechtsverbindliche technische Standards, praxisnahe Regelungen für temporäre Naturräume sowie eine stärkere Berücksichtigung wirtschaftlicher und sozialer Interessen. Solche Reformen würden unnötigen Verwaltungsaufwand reduzieren, die Planungssicherheit verbessern und Genehmigungsverfahren beschleunigen, während die Umweltziele der EU-Naturrichtlinien gewahrt bleiben.
Anforderungen an die nationale Umsetzung des Soil Monitoring Law
Der BDI setzt sich in seinem proaktiven Positionspapier für eine bürokratiearme Umsetzung des Soil Monitoring Law (SML) ein, die sich mit geringstmöglichem nationalem Regelungsaufwand auf die Schließung bestehender Regelungslücken zur Erfüllung europarechtlicher Anforderungen beschränkt. Die Richtlinie darf nicht dazu führen, dass bewährte nationale Regelungssysteme überlagert, zusätzliche Genehmigungshürden geschaffen oder neue Klagemöglichkeiten eröffnet werden. Deutschland verfügt bereits über ein leistungsfähiges Bodenschutzrecht, das die wesentlichen Schutzziele des SML weitgehend erfüllt.
Cloud und AI Development Act
Der BDI begrüßt den Cloud and AI Development (CADA) Act der EU-Kommission grundsätzlich, da technologische Souveränität Investitionen und Innovationen statt allein Regulierung erfordert. Um Europas Cloud- und KI-Kapazitäten zu stärken, muss CADA zusätzliche Belastungen vermeiden, Technologiewahl ermöglichen und Europas Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dabei sind die beigefügten Empfehlungen zu berücksichtigen
Draghi Bericht: Ist die EU bei Innovation und Investitionen auf Kurs?
Mit dem Draghi-Bericht rückte Europas Produktivitätsschwäche ins Zentrum der Wettbewerbsfähigkeitsdebatte. Zwei Jahre später sind erste Fortschritte sichtbar, insbesondere bei der Digitalisierung und der Nutzung von KI. Eine breite Trendwende bei Produktivität, Innovation und Investitionen bleibt jedoch aus. Entscheidend für Europas Wettbewerbsfähigkeit ist nun die konsequente Umsetzung der angestoßenen Reformen.
Chips Act 2.0
Der Chips Act 2.0 sollte als Instrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anwenderindustrien verstanden werden. Dafür reicht der Ausbau von Halbleiterkapazitäten allein nicht aus. Entscheidend ist, industrielle Nachfrage, private Investitionen, schnelle Umsetzung und marktwirtschaftliche Resilienz wirksam miteinander zu verbinden. Aus Sicht der deutschen Industrie sind fünf Punkte zentral: ein rechtssicherer Zugang zu ESTI-, Strategic-Project- und Plattforminstrumenten auch für EU-ansässige Produktionsstandorte mit vertrauenswürdigen Partnerlandstrukturen; ein ausdrücklicher Fokus auf Mature und Specialty Nodes, Advanced Packaging sowie Physical AI; eine verlässliche Finanzierung über den European Competitiveness Fund; eine strukturierte Industriebeteiligung bei Priorisierung, Pilotlinien, Demand Accelerators und Projektbewertung; sowie verhältnismäßige Monitoring- und Krisenpflichten, die keine neuen Investitionshemmnisse schaffen.
Infrastrukturgesellschaftsfinanzierungsänderungsgesetz (InfrGFinÄndG)
Der BDI begrüßt das Ziel des Gesetzes, die Finanzierungs- und Investitionsfähigkeit der Autobahn GmbH zu stärken. Positiv bewertet werden insbesondere die unmittelbare Zuweisung der Lkw-Maut-Einnahmen sowie der vorgesehene Finanz- und Maßnahmenplan. Aus Sicht der Industrie bleibt jedoch entscheidend, dass ergänzende Haushaltsmittel langfristig verlässlich abgesichert werden und die neue Finanzierungsarchitektur tatsächlich zusätzliche Investitionssicherheit schafft.
Update der EU-Wirtschaftssicherheitsstrategie
Die Joint Communication der Europäischen Kommission und der Hohen Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik baut auf der 2023 vorgestellten EU-Wirtschaftssicherheitsstrategie auf und skizziert mögliche Instrumente sowie weitere Umsetzungsschritte. Aus Sicht des BDI müssen Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaftssicherheit mit den betrieblichen Realitäten, der Wettbewerbsfähigkeit Europas und offenen Märkten vereinbar sein. Leitend sollte daher ein verhältnismäßiger, risikobasierter Ansatz sein, der zusätzliche Bürokratie, Rechtsunsicherheit und unnötige Kosten vermeidet.
Grundsatzpapier-Kurzfassung
Die deutsche Industrie legt ein neues Grundsatzpapier für eine wachstumsorientierte Wirtschafts- und Handelspolitik vor. Darin fordert sie eine wirtschaftspolitische Neujustierung, die Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder ins Zentrum rückt. Neben besseren Standortbedingungen braucht es dafür eine wirksamere Industriepolitik und eine Außenwirtschaftspolitik, die Offenheit mit strategischer Absicherung verbindet.
Grundsatzpapier-Langfassung
Die deutsche Industrie legt ein neues Grundsatzpapier für eine wachstumsorientierte Wirtschafts- und Handelspolitik vor. Darin fordert sie eine wirtschaftspolitische Neujustierung, die Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wieder ins Zentrum rückt. Neben besseren Standortbedingungen braucht es dafür eine wirksamere Industriepolitik und eine Außenwirtschaftspolitik, die Offenheit mit strategischer Absicherung verbindet.
Kernbotschaften des BDI zum Industrial Accelerator Act (IAA)
Mit unseren Kernbotschaften zum Industrial Accelerator Act (IAA) bewerten wir den Vorschlag der Europäischen Kommission. Der IAA setzt an den richtigen Herausforderungen für die europäische Industrie an und bietet neue Lösungsansätze. Gleichzeitig bestehen bei Nachfrageinstrumenten, ausländischen Investitionen, Genehmigungen und weiteren zentralen Regelungen erhebliche Umsetzungsrisiken. Entscheidend ist eine praxistaugliche Ausgestaltung, die zusätzliche Bürokratie vermeidet. Der IAA kann ein wichtiger industriepolitischer Baustein sein, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit, die Standortbedingungen in Europa grundlegend zu verbessern.
Rahmenfestlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) - Festlegungsentwurf
Mit der Rahmenfestlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) plant die Bundesnetzagentur einen grundlegenden Umbau des Netzentgeltregimes. Der BDI unterstützt das Ziel, Netzkosten verursachungsgerechter zu verteilen und Flexibilitäten stärker zu berücksichtigen. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass neue Regelungen für Netzentgelte, Speicher, Elektrolyseure und industrielle Verbraucher praxistauglich ausgestaltet werden, Investitionen nicht gefährden und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland stärken.
Aktionsplan für Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz verschärft bestehende Cyberbedrohungen, eröffnet zugleich aber neue Chancen für die Abwehr. Der BDI zeigt auf, wie der EU-Aktionsplan Europas Cyberresilienz wirksam stärken kann. Nötig sind leistungsfähige KI-, Test- und Sicherheitskapazitäten, eine praxistaugliche Umsetzung ohne neue Regulierung, ein starkes deutsches AISI und die gegenseitige Anerkennung von internationalen Cybersicherheitsstandards.
Stellungnahme zum Entwurf der Delegierten Verordnung zur Grünen Liste von Abfällen und Kontaminationsschwellenwerten
Der BDI begrüßt die geplante Ausweitung der „Grünen Liste“ im Rahmen der EU-Abfallverbringungsverordnung. Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt zum Abbau administrativer Hürden und zur Stärkung eines funktionierenden europäischen Binnenmarkts für Rohstoffe der Circular Economy. Voraussetzung für den Erfolg ist eine technologieoffene Ausgestaltung, die neben etablierten Verfahren auch innovative Recyclingtechnologien berücksichtigt und so Investitionen in zukünftige Recyclingkapazitäten und kreislauffähige Wertschöpfungsketten fördert.
Gründung und Aufbau eines deutschen KI-Sicherheitsinstituts
Deutschland braucht eigene Spitzenkompetenzen für die Sicherheitsbewertung moderner KI. Das BDI-Positionspapier zeigt auf, warum ein nationales KI-Sicherheitsinstitut ein strategischer Baustein für Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit ist und welche agilen Rahmenbedingungen es für den Erfolg benötigt.